{"id":472,"date":"2018-01-25T23:03:04","date_gmt":"2018-01-25T22:03:04","guid":{"rendered":"https:\/\/ksp-hagen.de\/?p=472"},"modified":"2018-03-31T20:09:07","modified_gmt":"2018-03-31T18:09:07","slug":"ende-einer-sehr-schoenen-traditionsveranstaltung-das-gocher-open-wird-nicht-mehr-ausgerichtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ksp-hagen.de\/?p=472","title":{"rendered":"Ende einer sehr sch\u00f6nen Traditionsveranstaltung \u2013  <br>Das Gocher Open wird nicht mehr ausgerichtet"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-471\" src=\"https:\/\/ksp-hagen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/goch.png\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"203\" srcset=\"https:\/\/ksp-hagen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/goch.png 200w, https:\/\/ksp-hagen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/goch-80x80.png 80w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Seit mehr als einem Vierteljahrhundert \u2013 das Auftaktturnier fand 1990 statt &#8211; wurde allj\u00e4hrlich im Sp\u00e4tsommer\/Fr\u00fchherbst das Internationale Gocher Open ausgetragen.<br \/>\nAuf der <a href=\"https:\/\/www.gocher-open.de\/index.php\/de\/\" target=_blank\">Homepage<\/a>, auf welcher sonst der Termin f\u00fcr die kommende Veranstaltung zu finden ist, verk\u00fcnden die beiden r\u00fchrigen \u201eMacher\u201c Wolfgang Evers und Winfried van Ooyen nun das Aus!<br \/>\nDiese traurige Mitteilung trifft viele Spieler, die diese Termine fest in ihrem Kalender notiert haben und mitunter seit Jahren oder gar Jahrzehnten immer wieder gerne das reizvolle St\u00e4dtchen am Niederrhein bereisen, um dort ihre Kr\u00e4fte zu messen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nEs d\u00fcrfte den beiden Veranstaltern nicht leicht gefallen sein, diese Entscheidung zu treffen. Sie haben diese Turniere mit gro\u00dfem Enthusiasmus und viel Freude auf die Beine gestellt, sicherlich mit von vielen nicht wahrgenommenen enormen Aufwand betrieben, f\u00fcr alle jedenfalls sp\u00fcrbar auch mit viel Herzblut versehen. \u201eGoch\u201c hatte Atmosph\u00e4re, ein stimmiges Konzept und bot nahezu ideale Rahmenbedingungen f\u00fcr die Teilnehmer.<br \/>\nIch selbst wurde 1995 \u201einfiziert\u201c, musste nur einmal eine Zwangspause einlegen und bin als Stammgast und Rekordteilnehmer (21 Turniere) nun sehr traurig, dass diese lieb gewonnene \u201eInstitution\u201c jetzt wegf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Gleich vom ersten Moment an, noch lange bevor der erste Zug ausgef\u00fchrt wurde, ergriff mich eine fast ehrfurchtsvolle, and\u00e4chtige Vorfreude. Schon beim Anblick des Austragungsortes, dem <a href=\"https:\/\/www.goch.de\/de\/inhalt-3\/kultur-und-kongresszentrum-kastell\/\" target=_blank\">Kultur- und Kongresszentrum KASTELL<\/a> sp\u00fcrte ich, hier richtig zu sein. Das Kastell ist direkt am vom Fl\u00fcsschen Niers durchzogenen Park gelegen. Die Landschaft ist reizvoll, die kleine, aber feine Innenstadt ebenso. Ich erinnere mich noch gut an den Augenblick, als ich dann erstmals den Saal betrat. Ich war unmittelbar sehr angetan von der Gr\u00f6\u00dfe und der hellen, sonnendurchfluteten, anmutigen und sehr interessanten Architektur. An langen Tischreihen waren die Bretter und Uhren bereits akkurat aufgebaut \u2013 offenbar schon Stunden vor der Freigabe derselben. Notationsformulare und ein Kugelschreiber f\u00fcr jeden Spieler lagen an den ebenfalls schon nummerierten Tischen parat. Der Platz darauf und dazwischen ist gro\u00dfz\u00fcgig bemessen, man fand bequeme St\u00fchle vor, der Parkettboden ist gepflegt und sauber, Raumklima und Lichtverh\u00e4ltnisse sind optimal, kurz: man hatte ideale Spielbedingungen (einen ungef\u00e4hren Eindruck vermitteln die auf der Homepage gezeigten Photos).<\/p>\n<p>Das alles konnte nur mittels perfekter Organisation eines hervorragend eingespielten Teams gelingen. Auch w\u00e4hrend der laufenden Turniere kam nie Chaos oder Unruhe auf. Wolfgang und Winfried sorgten mit wohltuender Gelassenheit und Souver\u00e4nit\u00e4t f\u00fcr einen geordneten Ablauf. Sie strahlten Ruhe aus, waren dabei aber alles andere als stocksteif, sondern stets augenzwinkernd, selbst in den seltenen kniffligen und strittigen Situationen, die sie als Schiedsrichter zu beurteilen hatten.<\/p>\n<p>Auch \u201edrumherum\u201c blieb kein Wunsch offen. Am \u201eTresen\u201c bekam man Getr\u00e4nke zu anst\u00e4ndigen Preisen. Die stets freundlichen Mitarbeiter servierten leckeren Kaffee (nebst bereitgestellten Keksen, zum Bier gab es Knabberzeug). Ein gro\u00dfes Lob und ein herzliches Dankesch\u00f6n an das gesamte Team und die Familie van Ooyen, die das neben dem Spielort gelegene \u201eHotel am Kastell\u201c betreibt (wo man selbstverst\u00e4ndlich so oft wie m\u00f6glich auch Unterkunft fand).<\/p>\n<p>Im Laufe der Jahre konnte ich zahlreiche weitere Anh\u00e4nger animieren, mich zu begleiten. Spieler aus dem eigenen Verein, aber auch Freunde aus anderen Schachclubs schlossen sich an. Viele von ihnen wurden ebenfalls zu Stammg\u00e4sten, man begr\u00fcndete weitere neue Freundschaften und verbrachte mit ihnen innerhalb der knapp vier Tage viel Zeit mit nachtr\u00e4glichen (n\u00e4chtlichen) Analysen, ausgedehnten Spazierg\u00e4ngen, erkundete die Stadt und ihre Gastronomie, suchte Kneipen und Caf\u00e9s auf, wo man bald auch schon nach dem Jahr seit dem letzten Besuch wiedererkannt und freundlich begr\u00fc\u00dft wurde.<\/p>\n<p>F\u00fcr alles andere, vornehmlich den Ausgang der Partie bzw. des Turniers, ist schlie\u00dflich jeder selbst verantwortlich. Die \u00e4u\u00dferst guten Spielbedingungen k\u00f6nnen jedenfalls nicht als Entschuldigung f\u00fcr schlechte eigene Leistungen herhalten. Meine Ergebnisse waren (wie immer) schwankend. Ich habe manch bittere Niederlage einstecken m\u00fcssen, konnte andererseits aber auch ein paar sch\u00f6ne Erfolge erzielen. Der gr\u00f6\u00dfte Coup gelang mir dabei 2016, als sich in der ersten Runde an Tisch 1 der \u201eELO-Riese\u201c Bilel Bellahcene (2467! &#8211; Seine DWZ lag bei 2515!!) nur mittels eines spektakul\u00e4ren Turmopfers und anschlie\u00dfendem Dauerschach noch zum Remis retten konnte.<br \/>\nZwei Mal war es mir verg\u00f6nnt, bei der Siegerehrung die B\u00fchne betreten zu d\u00fcrfen \u2013 freilich nicht als Gesamtsieger, aber immerhin als Gewinner einer Ratinggruppe \u2013 um einen Umschlag mit dem Preisgeld entgegen zu nehmen. Die Turniersieger indes d\u00fcrfen sich, einem kleinen Scherz von Wolfgang zufolge, als \u201eGM\u201c bezeichnen \u2013 Gocher Meister!<\/p>\n<p>Dies und viele andere sch\u00f6ne Dinge werden mir schmerzlich fehlen. Ich vermisse die angenehme Atmosph\u00e4re, die netten Leute, das fr\u00f6hliche Beisammensein im engeren Freundeskreis (besonders am Abend nach der letzten Runde beim Abschlussessen), die Gl\u00fcckw\u00fcnsche nach einer gelungenen sowie die tr\u00f6stenden Aufmunterungen nach einer verlorenen Partie. Ich vermisse Wolfgang und Winfried, die aufopferungsvoll, mit ruhiger Leidenschaft und meist gut gelaunt die Turniere vorbereitet, geleitet und begleitet haben. Ich danke euch sehr f\u00fcr die Ausrichtung dieser Open. Durch den Wegfall entsteht ein wei\u00dfer Fleck im Kalender und in der Turnierlandschaft. Dieser kann nicht so einfach gef\u00fcllt oder ersetzt werden. Ihr habt Gro\u00dfartiges geleistet, ich w\u00fcnsche euch weiterhin viel Fr\u00f6hlichkeit, Gl\u00fcck, gute Gesundheit (!) und von ganzem Herzen alles Gute!<\/p>\n<p><em>Rolf Weber, 25.01.2018<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit mehr als einem Vierteljahrhundert \u2013 das Auftaktturnier fand 1990 statt &#8211; wurde allj\u00e4hrlich im Sp\u00e4tsommer\/Fr\u00fchherbst das Internationale Gocher Open ausgetragen. 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